Die UB Blogserie zur Tonhalle am Petersplatz.

Vorspann: Paul Reber-Burckhardt (1835-1908) – Facetten seines architektonischen Schaffens rund um den Petersplatz.

Abb. Porträt von Paul Reber-Burckhardt, 1869 Universitätsbibliothek Basel, Porträt BS Reber, P. 1835.2 (Foto Jakob Höflinger).

In einer Folge von Kurzbeiträgen werden drei Projekte des Basler Architekten Paul Reber-Burckhardt umrissen und deren Kontext beleuchtet. Die Auswahl ist charakteristisch für seine Vorlieben wie für sein Architekturschaffen rund um den Petersplatz. Der erste Beitrag gilt dem im Bestand der Universitätsbibliothek Basel entdeckten Szenario einer Tonhalle mit Musikschule [am] Petersplatz. Auf das Vision gebliebenen Projekt folgt ein zweiter Beitrag zur Festkultur des Petersplatzes, an der Reber-Burckhardt als Architekt und als Poet partizipierte.  Anschliessend an die temporäre Erscheinung der Fest-, Sänger- und Konzerthalle wird im dritten Beitrag auf das noch in situ erlebbare Vesalianum hingewiesen. Das Bauwerk steht für die Beteiligung Reber-Burckhardts am Ausbau des Westplateau zum Universitätsbezirk.

Sequenz 1: Tonhalle mit Musikschule [am] Petersplatz 1870

Tonhalle mit Musikschule (am) Petersplatz von Paul Reber-Burckhardt, 1870.
Die Trouvaille mit Aufriss, Grundrissen und ausführlicher Legende findet sich im Nachlass der Allgemeinen
Musikgesellschaft Basel.
Universitätsbibliothek Basel, NL 107 II B b.

Vor 150 Jahren entwarf der Architekt Paul Reber-Burckhardt eine Tonhalle mit Musikschule am Petersplatz. Sein imposantes Bauwerk, das von Freunden der Tonkunst längst gewünschte Basler Konzerthaus, sollte auf die Westseite der Grünanlage zu stehen kommen. Schon 1868 hatten Exponenten der Musik- und Gesangszene im Bereich zwischen Barfüsserkirche und Casino eine Tonhalle zu errichten beabsichtigt. Der Ungare Ferenc Kolbenheyer (1841-1881) hatte eine Planung dazu umrissen. Doch einerseits stellte sich der Präsident der Casino-Gesellschaft Basel und spätere Architekt des Musiksaals, Johann Jacob Stehlin-Burckhardt (1826-1894), dagegen. Andererseits bevorzugten Kreise der Tonkunstfreunde den Petersplatz als Standort für ein künftiges Basler Konzerthaus. So hatte auch Reber-Burckhardt für diesen Standort plädiert. Der Petersplatz mit seinen Festbauten hatte nämlich als Schauplatz des Sängerfests 1852 Furore gemacht. In der Umgebung des Petersplatzes befand sich auch die 1867 gegründete Musikschule. In Expansion und Raumnot begriffen suchte das Institut fieberhaft nach einem passenden Domizil im Quartier. Das Streben der Musikliebhaber nach einer Konzertstätte kombinierte der Architekt 1870 mit den akuten Anliegen der Musikschule im Szenario Tonhalle mit Musikschule [am] Petersplatz. Sein Entwurf blieb allerdings eine Vision unter anderen für den attraktiven Standort. Das nun erweiterte Basler Konzerthaus, der Musiksaal, wurde 1876 an zentraler Stadtlage am Steinenberg errichtet. Die Allgemeine Musikschule Basel hatte gar noch früher, 1873, ihren ersten Sitz Schöner Hof am Nadelberg 8 bezogen.

Sandra Fiechter

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