Die UB Basel erstrahlt in neuem Glanz

Das Hauptgebäude der UB kann ab dem 20. September wieder vollends genutzt werden – ohne Bohr-, Kratz-, Schlag- und Streichgeräusche, ohne Absperrungen, Folien und Umwege. Die Umbauarbeiten sind vorbei – vorerst. Denn trotz des Aufwandes für den glänzenden neuen Auftritt ist es ein Zwischenschritt: das UB Hauptgebäude ist im Ganzen dringend sanierungsbedürftig und hier wurde nun eine sehr notwendige Etappe genommen.

Notwendig, weil bis zur Gesamtsanierung noch 8 bis 10 Jahre vergehen werden und die Ansprüche und Bedürfnisse der Nutzenden und hauptsächlich der Studierenden sich in den letzten Jahren in Bezug auf die Nutzung von Bibliotheken enorm verändert haben. Und auch, weil die Anzahl der Studierenden an der Uni Basel seit der Eröffnung des UB–Hauptgebäudes vor 53 Jahren signifikant gestiegen ist.

Das Parlatorium im Kopfbau der UB

Aus Befragungen und Workshops mit Studierenden, aber auch aufgrund der langen Warteschlangen an vielen Morgen vor der Tür des Gebäudes in Prüfungszeiten wissen wir, dass die grösste Not der Nutzenden darin besteht, überhaupt einen Platz zum Lernen an der UB zu finden. Somit war die Schaffung von möglichst vielen Lernplätzen im bestehenden Hauptgebäude das übergeordnete Ziel des Umbaus. Dass fast jeder neue Lernplatz mit Steckdosen ausgerüstet ist, versteht sich von selbst. Der Laptop als Arbeitsmittel ist zur Normalität geworden.

Zusätzlich war die Eingangssituation in die Jahre gekommen, mit verschiedenen Nutzungen stark belegt und nicht mehr wirklich einladend und repräsentativ. Das Haupttreppenhaus musste als Hauptfluchtweg fungieren, da die Nebentreppenhäuser nicht mehr den Anforderungen der Feuerpolizei genügten. Das bedeutete, dass die grossen Flächen im Haupttreppenhaus – die gern als erweiterter Lernort genutzt worden wären – komplett frei von Mobiliar gehalten werden mussten. Im Bibliotheksbetrieb fehlte ein RFID-System – also die Möglichkeit zur Selbstausleihe der Bestände – dessen Einbau die Neuordnung der gesamten Ausleihsituation im 1. Obergeschoss erforderte.

Der Loungebereich beim Freihandmagazin

Somit wurde aus den Übergangsbedürfnissen ein grösserer Umbau.

Wichtig war dann – bei allen Notwendigkeiten – die anstehende Gesamtsanierung nicht aus den Augen zu verlieren. Das heisst, es musste so gebaut werden, dass die Eingriffe auch nach der Sanierung noch Bestand haben würden bzw. dass es möglich wäre, Möbel und Einbauten während der kommenden Sanierung zu schützen oder einzulagern. Und es musste abgewogen werden, was wirklich verändert wird und was bis zur Gesamtsanierung belassen werden kann.

Nun öffnen sich am 20. September die Türen zu einem offenen Eingangsbereich mit Sitzinseln, Arbeitsplätzen und einer Medienwand, die alle Hinweise und Informationen bündelt, welche bislang im Eingangsbereich über Stelen und Hinweisschilder verteilt waren.

Auf einem Bildschirm werden neben Informationen zu Veranstaltungen der UB auch die aktuellen Angaben zur Auslastung der unterschiedlichen Lernplätze im Haus angezeigt.

Wie steht es nun neu um die Situation der Lernplätze im UB Hauptgebäude?

Neben den bereits vorhandenen Lern- und Leseplätzen in den bestehenden Sälen wurden 437 neue Lernplätze geschaffen.

Diese wurden bewusst unterschiedlich angeordnet und ausgestaltet, so dass quasi ein Lernlaboratorium entworfen wurde, welches Aufschluss darüber geben soll, was die Studierenden heute brauchen, was sie nutzen wollen und was ihnen fehlt. Für die Planung zur Gesamtsanierung werden diese Erkenntnisse in den nächsten Jahren evaluiert und ausgewertet und in die betrieblichen Vorgaben zur Sanierung übertragen.

Das Foyer im Kopfbau der UB

Neben den klassischen Einzel-Lernplätzen gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich an runden Tischen gemeinsam zum Arbeiten und Lernen zu treffen, sich von Tutoren oder Tutorinnen begleiten und beraten zu lassen, es sich im Altbau des Freihandmagazins in einer gepolsterten Fensternische gemütlich zu machen, sich in Lounge-Bereichen entspannt zu belesen oder auf Sitzsäcken auszuruhen.

Neben einzelnen Entspannungsmöglichkeiten gilt die überwiegende Anzahl der Lernplätze dem konzentrierten Alleinlernen oder dem Arbeiten in Gruppen.

Dabei wurden unter anderem Boxen in das Zeitschriftenmagazin im 1.Untergeschoss gestellt, um dem kalten Luftstrom auf Hüfthöhe (der die klimatischen Bedingungen für die magazinierten Zeitschriftenbestände sichert) nicht nur mit Winterpullovern oder warmen Decken begegnen zu können. Neu kann man hier mit zwar geringer Raumhöhe, aber einem wunderbaren Blick in den Botanischen Garten entweder klassisch an langen Tischen lernen und arbeiten oder an runden Tischen mit Monitoren Präsentationen vorbereiten. Es gibt auch Einzelboxen zum Arbeiten, Besprechungsboxen um Vorträge zu halten oder Sitzungen durchzuführen.

Ein Konferenzzimmer wurde auch im Kopfbau im 3.Obergeschoss eingerichtet. In diesem Bereich des Hauses befindet sich nun auch ein Familienzimmer mit grosser Wandtafel und Spielmöglichkeit für die Kleinen, guten Arbeitsplätzen für die Eltern und einer abtrennbaren Stillecke für Mütter mit Babies und weitere Räume mit verschiedenen Lernplätzen.

Lern- und Arbeitsplätze im Zeitschriftenmagazin

Und – dank der Sanierung und Aktivierung der ehemaligen Fluchttreppenhäuser – kann man neu auch im Haupttreppenhaus lernen, essen, sich treffen und ausruhen.

Nun ziehen wir – die das Projekt aufgebaut, begleitet, entworfen, besprochen, ausgeführt und geprüft haben – uns zurück und überlassen das Feld den Studierenden, den kantonalen Nutzerinnen und Nutzern, den Schulklassen, den Gästen und den Mitarbeitenden der UB und der Universität. Wir hoffen, dass die Nutzung der neuen Lern- und Benutzungsmöglichkeiten genauso viel Freude macht, wie deren Planung und Ausführung.

Kristin Hoschke

Fotos Corinne Kramer

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