Ferienlektüre(n) aus, von und zu Basel

Aus der Basler Bibliographie. Bald ist in Basel der sogenannte «Bündelidaag», der das Ende des Schuljahres und den Beginn der Sommerferien markiert. Da Reisen aktuell auch wieder möglich ist, ruft schon die Sehnsucht nach dem kühlen Nass an einem malerischen Küstenabschnitt. Was gehört alles zum Badespass an den Stränden rund um den Globus dazu? Neben dem Badeanzug, dem Badetuch, dem Sonnenschirm und der Sonnencrème ist für viele ein gutes Buch ein absolutes «Muss», um richtig abzuschalten. Doch welches Buch nehme ich mit in die Ferien? In der UB gibt es zum Glück für alle Fachgebiete die Liste der Neuerwerbungen. Hier kann man nach den neusten Romanen in allen möglichen Sprachen stöbern oder den neusten wissenschaftlichen Publikationen aller an der Uni Basel unterrichtenden Fakultäten nachgehen.

Unverzichtbarer Bestandteil von Ferien: Das Buch!

Möchte man weder auf den Fidschi-Inseln noch auf Sizilien plötzlich einen Hauch von Heimweh verspüren, lohnt sich eine Publikation über Basel. Vier hier vorgestellte Neuerscheinungen haben es in der Tat in sich! Eine kleine Auswahl für die Sommerferien:

  • Schöner trinken. Eine herausragende Silbersammlung aus Schweizer Privatbesitz. Ob beim eleganten Rotwein in der Toskana oder beim süssen Fruchtsaft in Thailand: In den Ferien werden gerne auch die Getränke sorgfältiger ausgesucht. Schliesslich verlangt die Sonne auch ihren Tribut respektive macht Durst und dem Nachessen gebührt eine Veredelung mit einem etwas extravaganten Traubensaft. Das hier genannte Buch zeigt uns, dass es nicht nur auf das Getränk ankommt, sondern auch auf das richtige Behältnis. Diese haben es in diesem schönen Katalog wahrlich in sich: Ganze Schiffe aus Edelmetall, Trinkhörner mit Goldverzierungen und viele weitere Flaschen, Pokale und Trinkgläser werden in dieser herrlichen Publikation des Historischen Museums Basel vorgestellt. Eine ideale Lektüre vor dem Apéro nach der Ankunft am Ferienziel! Und Trinken, soviel steht fest, will gelernt sein.
  • Verdachtsmomente. Erstmals veröffentlichte Akten des Schweizer Staatsschutzes. Die sogenannte Fichenaffäre ist ein dunkles Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte: Zur Zeit des Kalten Krieges überwachte der Staat nicht nur Terroristen, sondern auch unbescholtene Bürger, die von Behörden als gefährlich eingestuft wurden. Die Resultate der Überwachung wurde in sogenannten Fichen archiviert. In dieser Publikation werden erstmals 52 Karteikarten und 7 Falldossiers dieser Bespitzelung vorgestellt. Sie sind z.T. so absurd wie bedrückend: Eine Spende für eine Organisation in Südamerika oder eine für die Behörden nicht nachvollziehbare Bekanntschaft konnten schon Anlass für eine Bespitzelung bieten. Die Publikation ist eine ungemein spannende Lektüre, die zeigt: Auch in Basel war man vor Bespitzelungen nicht gefeit.
  • Stadt – Natur. Bäume in Basel – Das Grün im urbanen Wandel. Basel bietet neben der UB, seinen Museen, dem FCB, dem Theater, seinen zahlreichen Bars und Restaurants natürlich auch wunderbare Parks und Grünflächen, wie etwa den Kannenfeldpark oder den Gellertpark. Gerade in der Bekämpfung des Klimawandels spielen Bäume eine grosse Rolle, sie spenden Kühle und produzieren Sauerstoff. Die Publikation zeigt sehr schön, wie sich die Wahrnehmung der Natur und die Relation zwischen Mensch und Natur durch die Jahrhunderte hindurch gewandelt hat. Eine äusserst aktuelle Publikation, die all jene, die hier am Rheinknie ihre Ferien verbringen, auf einen Stadtspaziergang einlädt.
  • Unterwegs auf eigenen Rädern – Basler Verkehrsgeschichte(n) 1833-2022. Wer verreist, der muss sich auch in Geduld üben: Sei es am Gotthard im Stau, in der Schalterhalle am Bahnhof oder beim Check-In am Flughafen. Diese neuste Publikation zur lokalen Verkehrsgeschichte bietet einen wunderbaren und fundierten Tour d’Horizon durch das «bewegte Basel» und widmet sich der Frage, wie sich die Mobilität seit der Kantonstrennung 1833 bis in die Gegenwart entwickelt hat. Reichlich bebildert zeigt die Publikation den Wandel des Verkehrs vom Symbol einer modernen, freien Lebensweise bis zum Umweltkiller in den 1980er Jahren. Eine Publikation, die sich bestens für den Liegestuhl unter den Palmen, weit weg vom Gehupe und Lärm der Strasse, eignet (und in wenigen Tagen im Magazin bereitsteht!).

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